Indien - Kinderarbeit wirksam bekämpfen

Indien - Kinderarbeit wirksam bekämpfen

Projekt-Nr.: P32120

Obwohl seit 1989 durch die Vereinten Nationen verboten, ist Kinderarbeit nach wie vor ein fast weltweites Problem. Nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO (ILO-Berlin 2013) müssen heute rund 168 Millionen Kinder zwischen fünf und 17 Jahren arbeiten, die meisten von ihnen in der Landwirtschaft, in der Gastronomie, in Werkstätten sowie als Straßenverkäufer oder Haushaltshilfen. Die Hälfte von ihnen arbeitet unter ausbeuterischen, sklavenähnlichen Bedingungen. Dies fügt den Kindern nicht nur körperlich und seelisch schweren Schaden zu, sondern hindert sie auch daran, eine Schule zu besuchen und Bildung zu erwerben. So entsteht ein Teufelskreis: Wer als Kind arbeiten muss, wird es auch als Erwachsener sehr schwer haben, sein Schicksal aus eigener Kraft zu ändern, der Armut zu entrinnen und ein Leben in Würde zu führen.

Besonders virulent ist das Problem der Kinderarbeit in Indien. Dort gehen laut der 2001 durchgeführten nationalen Volkszählung 28,3 Millionen Mädchen und Jungen im Alter von fünf bis 17 Jahren einer Beschäftigung nach (ILO 2007) – die meisten als Müllsammler oder als Zwangsarbeiter in der Teppichund Schmuckindustrie, viele auch in Minen und Steinbrüchen. Kinderschützer gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Kinderarbeiter in Indien noch weit höher liegen dürfte.

Im Kampf gegen die Kinderarbeit setzt MISEREOR auf ein ganzheitliches Konzept: Zum einen gilt es, Kinder vom Zwang zur Arbeit und aus den nicht selten an Sklaverei grenzenden Arbeitssituationen zu befreien und ihnen durch Schule, berufliche Ausbildung und die Vermittlung eines geregelten Berufs wieder eine Perspektive zu geben. Zum anderen geht es darum, Armut ganzheitlich zu bekämpfen. Die Lebensbedingungen der betroffenen Familien müssen verbessert werden, damit diese ihre Kinder in die Schule schicken und nicht dem verhängnisvollen Kreislauf aus Armut und Verschuldung ausliefern. Konkret bedeutet dies, gegen Analphabetismus zu kämpfen, über eigene Rechte aufzuklären und bei der Durchsetzung dieser Rechte zu helfen. MISEREOR unterstützt deshalb Projekte, die den bedürftigen
Menschen langfristig zugutekommen.

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